MITTABERG, CHUR

SAMSTAG, 1. NOVEMBER 2025

Das Laub raschelte unter unseren Füssen als wir von Maladers zum Churer Mittaberg wanderten. Oben angekommen öffnete sich der Himmel und die Strahlen der Novembersonne begleiteten die motivierte Gruppe durch das Ritual, zu Ehren der Göttin Rätia, unserer Ahnmutter. Sie wird uns durch die kurzen Tage und langen Nächte behüten und begleiten.

Göttinnen erscheinen oft in dreifacher Gestalt, symbolisch in Weiss für Werden, in Rot für Sein und in Schwarz für Vergehen. Der 1. November fällt in die Zeit der schwarzen Göttin: In ihr wohnt die Kraft der Vergänglichkeit, Transformation und Wiederkehr. Das Mittaberg Ritual war Rätia unserer Berggöttin gewidmet – in ihrem schwarzen Aspekt.

Mit Räuchern, Trommeln und Rasseln startete das kraftvolle Ritual auf dem Plateau des Churer Hausberg. Anschliessend lauschten wir der Sage der Alpenmutter. Darin wird erzählt, dass jede Zeit ihre Berechtigung hat und dass die dunkle Zeit dazu dient, Einkehr zu halten, Kräfte zu sammeln und den Zauber der Wiedergeburt bei der Wintersonnenwende zu feiern. Wolle in schwarz, weiss und rot wurde zu Zöpfen geflochten. Symbolisch flossen dadurch die Kräfte der drei Göttinnen-Gestalten zusammen. Dieser gebündelten Kraft vertrauten wir unsere guten Wünsche für die dunkle Zeit an.

Das Abschluss- Trommeln öffnete unsere Herzen und wir waren verbunden mit Himmel, Erde, Berg, Tal und ganz besonders mit unserer Muttergöttin Rätia. Nach der feinen «Teileten» stiegen die Teilnehmerinnen beglückt und zufrieden ins Tal. Die Zöpfe werden an unterschiedlichen Orten hängen und der Wind wird die die Wünsche weitertragen.

Danke Mittaberg und Danke Rätia, wir kommen wieder.

SENSLAS, SAVOGNIN

SONNTAG, 28. SEPTEMBER 2025

Es war ein traumhafter Herbsttag - der Himmel blau, die Berge nah, die Bäume ruhend, die Erde lebendig, der Kreis der Teilnehmenden kraftvoll.

Die Steine mit ihren prähistorischen Zeichen standen bei unserem Ritual im Mittelpunkt: Wir haben Kontakt aufgenommen durch die Sage des «Schalensteins der Wildfrauen», wir haben in die Kraft des Ortes hineingespürt, durch Steine von der Berggöttin Piz Toissa urweibliche Aspekte in uns selbst entdeckt, uns die Weisheit der Steine zeigen lassen, und einen neuen kleinen, feinen Steinkreis als verbindendes Element und als Dank zurückgelassen.

Die Trommeln und der Rauch von Kräuterbüscheln haben uns begleitet, uns geerdet und in die Kraft gebracht und uns den Herzschlag von Mutter Erde spüren lassen.  Auch die unsichtbaren Wesen, das kleine Volk, waren präsent – auch in der Sage von «Marie und den Feen». Die Lichtkugel mit unserer Kraft und unseren Wünschen für die Welt hat unser Wirken abgerundet.

Die Gemeinschaft und die feinen Speisen zur Teilete bildeten den krönenden Abschluss eines unvergesslichen Nachmittags. Senslas, wir kommen wieder…

Churer Altstadt

Freitag, 13. Juni 2025

Unser Stadtspaziergang war ergreifend. Denn trotz hochsommerlichen Temperaturen und Feierabendstimmung an diesem Freitagabend in der Churer Altstadt haben wir Kraft und Ruhe gefunden, und bewusst und unbewusst viele Seelen berührt.

Beim Arcas haben wir uns getroffen, im Bärenloch haben wir uns vom Alltag verabschiedet, unseren Ballast weggeräuchert. Von dort ging es in der Stille weiter von Platz zu Platz. Beim Marsöl haben wir uns mit den Ahnfrauen und der langen 40'000 -jährigen Geschichte der Mutterfiguren verbunden. Auf dem Hof unter den Linden haben wir im Kreis gesungen und dabei unverhofft eines katholischen Kirchenfürstens Herz berührt. Beim Hegisplatz haben wir einer Sage und indianischen Flötenklängen gelauscht. Auf dem Regierungsplatz haben wir unsere Wünsche für ein neues Kräftegleichgewicht in Zukunft platziert und auf dem Fontanaplatz sowie über der Plessur haben wir unsere Wünsche zur weiblichen Kraft dem Wasser übergeben.

Zum Abschluss trafen wir uns auf dem Hirschbühlplatz zum kraftvollen Trommelkreis und zur anschliessenden Teilete am reichhaltigen Buffet. Dieses wunderbare Stadtritual machte Lust auf mehr. Wir werden wieder kommen auf die kraftvollen Plätze in der Churer Altstadt.

Ratenna, Tamins

Mittwoch 30. April 2025

Mystisch und märchenhaft war es an diesem wunderbaren Abend im Wald von Ratenna. Es war als würden die Baumriesen sich uns zuwenden und ihr altes Wissen, ihre Weisheit und ihre Kraft mit uns teilen wollen.

Die Quelle hat uns mit ihrem fröhlichen Murmeln begrüsst und zusammen mit uns der uralten Sage der Sontga Margriatha gelauscht. Die Geschichte erzählt von einer Frau, die als Hirte verkleidet für Segen auf der Alp sorgt. Nach ihrem Weggang vertrocknen die Quellen, die Wiesen verdorren – zahlreich sind die Hinweise auf die Fruchtbarkeitsgöttin und Ahnfrau. Mit Kräutern haben wir die Quelle und das Wasser geehrt und ihr in Lichterschiffchen unsere Wünsche für weibliche Kraft übergeben.

Unter den majestätischen Bäumen haben wir den Kreis geschlossen, begleitet von der Trommel. Ihr Rhythmus symbolisiert den Herzschlag von Mutter Erde - wir haben uns «verwurzelt» und uns mit ihrer grossen Kraft verbunden.

Reichhaltig und köstlich war die «Teilete» zum Schluss, die Gemeinschaft stark, die Freude und Dankbarkeit gross, der Abend fast zu kurz.